Audemu Ratgeber · Schnarchen

Pflaster gegen Schnarchen: Was Nase und Mund damit zu tun haben

Ob ein Pflaster leiser macht, hängt davon ab, wo das Geräusch entsteht. Mit dem Selbsttest unten findest du heraus, welches Pflaster zu dir passt, und woran du erkennst, wann ein Arzttermin der bessere nächste Schritt ist.

7 Minuten Lesezeit · Stand Oktober 2026 · Redaktion Audemu, Hamburg

Kurz gesagt

  • Schnarchen entsteht, wenn weiches Gewebe im Rachen beim Atmen vibriert. Eine enge Nase und ein offener Mund im Schlaf begünstigen das.
  • Nasenpflaster setzen an der Nase an. In einer Studie mit 35 Menschen, die stark schnarchten, bewerteten die Partner das Schnarchen nach 14 Nächten als deutlich leiser.
  • Mundpflaster setzen am Mund an und fördern die Nasenatmung bei allen, die mit offenem Mund schlafen.
  • Beobachtete Atemaussetzer, Schnappen nach Luft oder starke Tagesmüdigkeit gehören in ärztliche Abklärung.

Wie Schnarchen entsteht

Im Schlaf entspannen sich die Muskeln im Rachen. Der Atemweg wird etwas enger, und die Luft strömt schneller hindurch. Dabei können Gaumensegel und Zäpfchen ins Flattern geraten. Dieses Flattern hörst du als Schnarchen.

Vieles kann das verstärken: Rückenlage, Alkohol am Abend, eine verstopfte oder enge Nase, Atmung durch den offenen Mund, Gewichtszunahme und das Alter. Pflaster setzen an genau zwei dieser Punkte an, an der Nase und am Mund.

Nase oder Mund: der Selbsttest

Drei einfache Fragen zeigen dir, wo du ansetzen kannst.

1. Der Nasentest

Halte ein Nasenloch zu und atme durch das andere kräftig ein. Zieht sich der Nasenflügel dabei nach innen, oder wird es mit dem Zwei-Finger-Test spürbar freier, wenn du die Wangen sanft nach außen ziehst? Dann ist die Nasenklappe ein Engpass, und ein Nasenpflaster ist der naheliegende Ansatz.

2. Der Mundtest

Wachst du mit trockenem Mund auf, oder hört dein Partner das Schnarchen vor allem bei offenem Mund? Versuche einmal, mit geschlossenem Mund ein Schnarchgeräusch zu machen. Gelingt das kaum, kommt dein Schnarchen eher über den Mund. Dann ist ein Mundpflaster einen Versuch wert, sofern deine Nase frei ist.

3. Der Lagetest

Schnarchst du fast nur auf dem Rücken, liegt die Ursache oft beim Zungengrund. Hier hilft vor allem die Seitenlage, etwa mit einem Kissen im Rücken.

Nasenpflaster gegen Schnarchen

Ein Nasenpflaster weitet die Nasenklappe, die engste Stelle der Nase. Dadurch sinkt der Widerstand, gegen den du einatmest [3]. Für das Schnarchen heißt das: Die Luft muss weniger stark ziehen, und der Mund bleibt eher geschlossen.

In einer Studie trugen 35 Menschen, die stark schnarchten, aber keine Schlafapnoe hatten, 14 Nächte lang Nasenpflaster. Ihre Partnerinnen und Partner bewerteten das Schnarchen danach als deutlich leiser. Die Teilnehmenden berichteten zusätzlich von weniger Mundtrockenheit und weniger Tagesmüdigkeit [1]. Die Studie hatte keine Vergleichsgruppe, das Ergebnis passt aber zum Wirkprinzip.

Am meisten bringt ein Nasenpflaster, wenn der Nasentest oben auffällig war.

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Mundpflaster gegen Schnarchen

Ein Mundpflaster hält die Lippen im Schlaf geschlossen und lenkt die Atmung auf die Nase. In einer kleinen Pilotstudie mit Mundatmern, die eine leichte Schlafapnoe hatten, gingen Schnarchen und Atemaussetzer nach einer Woche Mouth Taping zurück [2].

Eine systematische Übersicht aus dem Jahr 2025 mahnt zur Vorsicht: Die Studien sind klein, und bei verengter Nase kann ein verschlossener Mund riskant sein [4]. Deshalb gilt: Mundpflaster nur mit freier Nase, nie nach Alkohol oder Beruhigungsmitteln, und nie als Ersatz für eine Behandlung von Schlafapnoe. Alle Regeln findest du im Mundpflaster Ratgeber.

Beides kombinieren

Wenn die Nase eng ist und der Mund nachts aufgeht, liegt der Gedanke nahe, beides zu verbinden: Das Nasenpflaster hält den Weg durch die Nase weit, das Mundpflaster hält den Mund geschlossen. Diese Kombination ist die Idee hinter dem Tag & Nacht Set. Studien, die genau diese Kombination untersucht haben, gibt es bisher nicht. Sie folgt aber direkt aus dem Wirkprinzip beider Pflaster.

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Wann Schnarchen in ärztliche Hände gehört

Lautes, regelmäßiges Schnarchen kann ein Zeichen für eine obstruktive Schlafapnoe sein. Dabei setzt die Atmung im Schlaf immer wieder kurz aus. Schlafapnoe ist gut behandelbar, und die Abklärung beginnt meist ganz einfach in der Hausarztpraxis. Achte auf diese Zeichen:

  • Dein Partner beobachtet Atemaussetzer oder hört dich nach Luft schnappen.
  • Du wachst morgens mit Kopfschmerzen auf oder fühlst dich trotz langer Nacht wie gerädert.
  • Du nickst tagsüber ungewollt ein, etwa beim Lesen oder als Beifahrer.
  • Zum Schnarchen kommt Bluthochdruck dazu.

In diesen Fällen sind Pflaster nicht der richtige erste Schritt. Bei Verdacht auf Schlafapnoe solltest du außerdem auf Mundpflaster verzichten, bis die Frage ärztlich geklärt ist.

Was sonst noch hilft

  • Seitenlage. Ein Kissen im Rücken oder ein schmales Rückenkissen hält dich auf der Seite.
  • Weniger Alkohol am Abend. Er entspannt die Rachenmuskeln zusätzlich.
  • Freie Nase. Nasendusche mit Salzwasser, ein gelüftetes Schlafzimmer und bei Allergie ein Gespräch in der Arztpraxis.
  • Feste Schlafzeiten. Ausgeschlafen ist der Schlaf ruhiger als nach einer langen Woche mit wenig Schlaf.

Häufige Fragen

Welches Pflaster hilft am besten gegen Schnarchen?

Das hängt davon ab, wo dein Schnarchen entsteht. Bei enger Nase setzt das Nasenpflaster an, bei offenem Mund das Mundpflaster, bei beidem das Set. Der Selbsttest oben hilft dir bei der Entscheidung.

Wie schnell merkt man einen Unterschied?

Viele Partnerinnen und Partner hören den Unterschied schon in der ersten Nacht. Gib dir trotzdem zwei Wochen, so lange lief auch die Studie mit Nasenpflastern [1]. Dann weißt du, ob der Effekt bei dir trägt.

Helfen Nasenpflaster bei Schlafapnoe?

Nein, Nasenpflaster sind keine Behandlung für Schlafapnoe. Bei Atemaussetzern im Schlaf ist eine ärztliche Abklärung der richtige Weg. Danach kannst du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt entscheiden, ob ein Nasenpflaster ergänzend sinnvoll ist.

Kann man jede Nacht mit Schnarchpflastern schlafen?

Ja, Nasenpflaster und Mundpflaster sind für die tägliche Nutzung gemacht. Achte auf deine Haut: Löse die Streifen morgens langsam und lege eine Pause ein, wenn die Stelle gerötet ist.

Gibt es Anti-Schnarch-Pflaster in der Apotheke?

Ja, Apotheken und Drogerien führen Nasenpflaster verschiedener Marken. Audemu Nasenpflaster und Sleep Strips bekommst du in unserem Shop und bei Amazon. Woran du gute Pflaster erkennst, steht im Nasenpflaster Vergleich.

Quellen

  1. Ulfberg J, Fenton G (1997): Effect of Breathe Right nasal strip on snoring. Rhinology 35(2): 50 bis 52.
  2. Lee YC, Lu CT, Cheng WN, Li HY (2022): The Impact of Mouth-Taping in Mouth-Breathers with Mild Obstructive Sleep Apnea: A Preliminary Study. Healthcare 10(9): 1755.
  3. Kiyohara N, Badger C, Tjoa T et al. (2016): A Comparison of Over-the-Counter Mechanical Nasal Dilators: A Systematic Review. JAMA Facial Plastic Surgery 18(5): 385 bis 389.
  4. Rhee J et al. (2025): Breaking social media fads and uncovering the safety and efficacy of mouth taping in patients with mouth breathing, sleep disordered breathing, or obstructive sleep apnea: A systematic review. PLOS ONE 20(5): e0323643.